Freitag, 11. Juli 2014


Am Freitag sind wir nach Carlos Paz gefahren und haben dort geshoppt. Wir sind dann ziemlich schnell zum Mittagessen gegangen, denn es ist echt ein Wunder wenn eine Stunde lang hier mal keiner Hunger hat!
Die Pizza Margerita, die hier Pizza Muzzarella heißt, hat echt gut geschmeckt, aber es war viel zu viel Käse und sie lag mir wie ein Stein im Magen.
Das war auch der Grund warum ich danach nicht mit Kart gefahren bin. Hätten sie mir eine Stunde Pause gelassen, wäre ich sofort mitgefahren, aber ich hab mich nicht in der Lage gefühlt, mich in so ein kleines Gefährt zu quetschen! Gut, das kann ich in Deutschland ja bestimmt noch irgendwann nachholen.
Zuerst können sie nicht schnell genug zum Essen gehen und sobald das dann verschlungen ist, gehts sofort weiter! Anstrengend!




Danach sind wir ziemlich lange durch die Gegend gefahren und ich habe sehr viel ländliche Gegend gesehen, da der Orientierungssinn von wirklich allen hier circa genauso groß wie meiner und das Navi absoluter Müll ist!
Hat mich echt geschockt, dass selbst die zwei Jungs, die dabei waren, am Ende keine Ahnung mehr hatten!
Als dann im Radio "Beat it" von Micheal Jackson kam, während wir einen Berg hochfuhren, der garantiert nicht als Straße geeignet und gedacht war und die Reifen durchdrehten, habe ich mich dermaßen am Rücksitzgriff festgehalten, dass ich dachte, der Arme bricht raus!
 Aber bisher hat er noch allen meinen Attacken standgehalten!


Gott sei Dank haben wir kurz darauf in der Nähe der "geographischen Mitte Argentiniens" angehalten und ich habe jetzt doch wirklich ein Bild, auf dem ich quasi im Zentrum ganz Argentiniens stehe!

Was ich dringend noch zum Mittagessen ergänzen muss:

Wir waren in einer Pizzaria und während dem Essen kam plötzlich ein kleines Mädchen rein, das wortlos einen Zettel auf den Tisch legte und weiterging. Keiner aus meiner Gastfamilie hat reagiert, bis ich den Zettel genommen habe und gefragt habe, was es ist.
Daraufhin wurde mir erklärt, dass das Mädchen mit dem Stück Papier um Geld frägt. Außerdem stand drauf, dass sie uns für immer dankbar sein wird und für uns beten wird, sollten wir ihr Geld geben.
Etwas später, nachdem sie wohl an allen Tischen ihre Zettel verteilt hatte, lief sie wieder vorbei um die Zettel und eventuell das Geld einzusammeln. Ich durfte ihr 10 Pesos geben (0,9 €).

Dass die ganze Aktion nicht von dem Mädchen gesteuert wird, ist mir klar. Sie war vielleicht sieben oder acht Jahre alt und war bestimmt nicht in der Lage, den Text zu schreiben oder zu kopieren und so weiter.
Aber was mich wirklich traurig gemacht hat, war die Tatsache, dass es irgendein kleines Mädchen war. Ich werde sie nie wieder sehen, aber warum denn genau dieses kleine Mädchen ? Womit hat das Mädchen das verdient ?
Ich weiß genau, dass es dafür keinen Grund gibt und sie es nicht verdient hat. Es könnte jedes Kind das Pech haben wie sie aufzuwachsen und mithelfen zu müssen, das Geld durch Betteln zu verdienen. Das Unfaire ist nur, dass sie auch in Europa hätte geboren werden können oder auch hier, aber in einer anderen Familie.
Vielleicht war es dann auch falsch, das Mädchen mit 10 Pesos zu unterstützen und so vielleicht auch die ganze Organsation dahinter, aber die Unterscheidung richtig und falsch ist, wie ich festgestellt habe, ziemlich schwer.
Genauso wie Glück und Unglück. Ich bin einfach dankbar für mein Glück, meine Familie, Deutschland, mein Leben und wünsche dem Mädchen und allen anderen, denen es schlechter geht, alles Gute.
Ich glaube, das ist das Wichtigste, was ich bisher hier gelernt habe. 

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